Funkplanung für Veranstaltungen ohne Mobilfunk
Fachpapier zu Stufe 8, Teil 1: Sendezeit, Sendezeitgrenze, Kanalauslastung, Reichweite, Relaiskette und Feldprobe für ein LoRa-Netz bei Berglauf, Rallye, Skibergsteigen und Ultradistanz
Kennung TRAIN-PROV0001-P24 · Fassung 0.1 · Stand 23.09.2026
Verfasser: Thomas Schüller · office@sport-trainer.at
Kurzfassung
Viele Ausdauer- und Extremsportveranstaltungen finden dort statt, wo das Mobilfunknetz aufhört: im Graben, am Grat, auf der Sonderprüfung im Wald. Durchgangszeiten und Meldungen der Organisation laufen dann über Funk. Ein Netz aus kleinen LoRa-Knoten, wie es die freie Software Meshtastic bildet, kann das im allgemein zugänglichen 868-MHz-Band leisten, wenn es geplant wird.
Dieses Papier legt die Rechenwege offen, mit denen das Werkzeug Funkplanung (Fassung 0.13) ein solches Netz vor der Veranstaltung durchrechnet:
- die Sendezeit einer Meldung nach der Formel des Herstellers der Funkbausteine;
- die Sendezeitgrenze je Stunde nach dem EU-Recht — und warum sie zuerst die Relais trifft;
- die Kanalauslastung nach dem einfachsten Zugriffsmodell, als vorsichtige Untergrenze;
- die Reichweite aus Linkbudget, Geländeannahme und Funkhorizont;
- die Relaiskette mit Sprunggrenze;
- die Feldprobe, die allein über die Freigabe entscheidet.
Das Ergebnis der Beispielrechnungen ist für die Praxis wichtiger als jede einzelne Zahl: Im Gebirge begrenzen Gelände und Funkhorizont die Reichweite, nicht das Linkbudget. Die langsamste Einstellung bringt dort kaum zusätzliche Reichweite, kostet aber ein Vielfaches an Sendezeit und belastet den Kanal. Eine schnellere Einstellung mit gut gestellten Relais ist meist die bessere Wahl.
Das Netz ist kein Notrufsystem. Es stellt Meldungen ohne Zusage zu. Notruf, Sanität und Bergrettung behalten ihre eigenen Wege.
1 Anlass und Abgrenzung
Zeitnehmung und Organisation brauchen an entlegenen Posten drei Dinge: die Durchgangszeit einer Startnummer, gelegentlich den Standort eines Organisationsfahrzeugs und kurze Textmeldungen. Datenmengen sind klein, Wege lang, Strom knapp. Das passt zu LoRa: schmalbandige Aussendungen mit Spreizung, die weit unter dem Rauschen noch empfangen werden, bei sehr geringer Datenrate.
Meshtastic verteilt jede Meldung durch Weitersenden. Jeder Knoten, der eine Meldung hört, sendet sie einmal weiter, bis die Sprunggrenze aufgebraucht ist. So entsteht ohne feste Infrastruktur ein Netz, das Posten hinter Geländekanten mit einer Zentrale im Tal verbindet.
Nicht Gegenstand dieses Papiers:
- die Anbindung an Sicherheitskonzepte von Veranstaltungen. Dort entscheiden Behörde und Verband;
- Personenortung als Dienst an Teilnehmenden. Sie ist datenschutzrechtlich ein eigenes Thema und bleibt einer späteren Stufe vorbehalten;
- die Outdoor-Anwendung für Touren. Sie läuft als eigener Strang;
- eigene Funkbausteine. Eingesetzt werden fertige Geräte mit Konformitätserklärung.
Das Werkzeug rechnet vollständig im Browser, wie alle Werkzeuge des Vorhabens. Der Funkplan wird als Austauschdatei gesichert und enthält keine Personen und keine Standorte von Personen.
2 Rechtsrahmen
2.1 Teilbänder
Die Frequenzen um 868 MHz sind für nicht spezifische Geräte mit geringer Reichweite in der ganzen EU harmonisiert. Maßgeblich ist die Entscheidung 2006/771/EG in der Fassung des Durchführungsbeschlusses (EU) 2025/105 vom 22. Jänner 2025. Die Mitgliedstaaten setzen die Bedingungen national um; in Österreich über das Telekommunikationsgesetz 2021 und die darauf beruhende Frequenznutzung. Genutzt werden dürfen die Teilbänder ohne Einzelbewilligung, solange Gerät und Betrieb die Bedingungen einhalten.
| Teilband | Bereich | Strahlungsleistung | Sendezeit je Stunde |
|---|---|---|---|
| 87 | 862 bis 863 MHz | 25 mW e.r.p. | 0,1 %, Bandbreite ≤ 350 kHz |
| 46a | 863 bis 865 MHz | 25 mW e.r.p. | 0,1 % |
| 47 | 865 bis 868 MHz | 25 mW e.r.p. | 1 % |
| 48 | 868,0 bis 868,6 MHz | 25 mW e.r.p. | 1 % |
| 50 | 868,7 bis 869,2 MHz | 25 mW e.r.p. | 0,1 % |
| 54 | 869,4 bis 869,65 MHz | 500 mW e.r.p. | 10 % |
| 56b | 869,7 bis 870 MHz | 25 mW e.r.p. | 1 % |
Statt der Sendezeitgrenze lässt der Beschluss gleichwertige Techniken für Frequenzzugang und Störungsminderung nach harmonisierter Norm zu. Das Werkzeug rechnet ausschließlich mit der Sendezeitgrenze; sie ist für ein Netz aus Meshtastic-Knoten die maßgebliche Regel.
Teilband 54 ist das einzige mit 500 mW und 10 % Sendezeit. Meshtastic verwendet in der Region EU_868 genau dieses Teilband mit 869,525 MHz. Es ist nur 250 kHz breit: Einstellungen mit 500 kHz Bandbreite passen nicht hinein. Das Werkzeug meldet das.
2.2 Strahlungsleistung
Die Grenzen gelten als Strahlungsleistung bezogen auf einen Halbwellendipol (e.r.p.). Antennengewinne werden meist in dBi angegeben, bezogen auf einen Kugelstrahler. Daraus folgt:
e.r.p. = Sendeleistung − Kabel- und Steckerverlust + Antennengewinn in dBi − 2,15 dB
Ein Knoten mit 22 dBm, 0,5 dB Kabelverlust und einer Antenne mit 2 dBi strahlt 21,35 dBm e.r.p. ab. Im Teilband 54 (Grenze 26,99 dBm) ist das zulässig, im Teilband 48 (Grenze 13,98 dBm) nicht. Das Werkzeug meldet die Überschreitung, nennt die zulässige Sendeleistung (hier 14,6 dBm) und rechnet Linkbudget und Reichweite bereits mit ihr. Wer eine Antenne mit höherem Gewinn anschraubt, muss die Sendeleistung zurücknehmen; eine andere Antenne als vom Hersteller vorgesehen kann die Konformität des Geräts nach der Funkanlagenrichtlinie aufheben.
2.3 Sendezeitgrenze
Die Grenze gilt je Gerät über eine Stunde: 10 % sind 360 s, 1 % sind 36 s, 0,1 % sind 3,6 s. Meshtastic hält sie in der Region EU_868 selbst ein und stellt das Senden ein, wenn sie erreicht ist. Die Einstellung, die diese Sperre aufhebt, bleibt aus.
3 Sendezeit einer Meldung
Die Sendezeit folgt aus der Formel im Entwicklerleitfaden AN1200.13 und im Datenblatt des Funkbausteins:
- Symboldauer T_s = 2^SF / Bandbreite
- Präambel T_p = (n_Präambel + 4,25) · T_s
- Symbole der Nutzlast n = 8 + max( ⌈(8·PL − 4·SF + 28 + 16·CRC − 20·IH) / (4·(SF − 2·DE))⌉ · (CR + 4), 0 )
- Sendezeit = T_p + n · T_s
PL ist die Zahl der Bytes im Paket, SF der Spreizfaktor, CRC = 1 bei eingeschalteter Prüfsumme, IH = 1 bei implizitem Kopf, CR + 4 der Nenner der Kodierrate 4/5 bis 4/8. DE = 1 schaltet die Optimierung für niedrige Datenrate ein; sie ist Pflicht, wenn ein Symbol länger als 16 ms dauert.
Meshtastic sendet eine Präambel mit 16 Symbolen und einen Kopf mit 16 Bytes vor der verschlüsselten Nutzlast. Eine Durchgangsmeldung mit angenommenen 30 Bytes Nutzlast ergibt 46 Bytes. Für die Einstellung Long Fast (250 kHz, SF11, 4/5):
- T_s = 2048 / 250 kHz = 8,192 ms, DE = 0
- T_p = 20,25 · 8,192 ms = 165,888 ms
- (368 − 44 + 28 + 16) / 44 = 8,36 → 9 · 5 = 45 → n = 53 Symbole = 434,176 ms
- Sendezeit = 600,064 ms
Zur Prüfung der Formel dienen zwei Werte, die sich für den bekannten LoRaWAN-Rahmen (8 Symbole Präambel, 13 Bytes) von Hand nachrechnen lassen: SF7 mit 125 kHz ergibt 46,336 ms, SF12 mit 125 kHz 1155,072 ms. Die Prüfung 18 rechnet beide Werte und den Wert für Long Fast unabhängig von der Seite nach.
| Voreinstellung | Bandbreite, SF, Kodierrate | Symbol | Sendezeit bei 46 Bytes | Meldungen je Stunde bei 10 % |
|---|---|---|---|---|
| Short Turbo | 500 kHz, SF7, 4/5 | 0,256 ms | 25,2 ms | 14 312 |
| Short Fast | 250 kHz, SF7, 4/5 | 0,512 ms | 50,3 ms | 7 156 |
| Short Slow | 250 kHz, SF8, 4/5 | 1,024 ms | 90,4 ms | 3 983 |
| Medium Fast | 250 kHz, SF9, 4/5 | 2,048 ms | 170,5 ms | 2 111 |
| Medium Slow | 250 kHz, SF10, 4/5 | 4,096 ms | 320,5 ms | 1 123 |
| Long Turbo | 500 kHz, SF11, 4/8 | 4,096 ms | 410,6 ms | 876 |
| Long Fast | 250 kHz, SF11, 4/5 | 8,192 ms | 600,1 ms | 599 |
| Long Moderate | 125 kHz, SF11, 4/8 | 16,384 ms | 1904,6 ms | 189 |
Präambel und Kopf kosten bei jeder Meldung dasselbe. Wer mehrere Durchgänge in einer Meldung bündelt, etwa einmal je Minute, spart deshalb viel Sendezeit: Bei Long Fast braucht eine Meldung mit 90 statt 30 Bytes Nutzlast rund 1,05 s statt 0,60 s, trägt aber ein Mehrfaches an Startnummern.
4 Sendezeitgrenze und Relais
Die Sendezeitgrenze gilt je Gerät. Ein Posten, der zweimal je Minute meldet, braucht bei Long Fast 72 s je Stunde, also 2 %. Das wirkt unkritisch. Ein Relais aber sendet nicht nur seine eigenen Meldungen, sondern die aller Posten, deren Verkehr über es läuft. Das Werkzeug rechnet deshalb vorsichtig so, als müsse jedes Relais jede Meldung weitersenden:
Sendezeit eines Relais je Stunde = Zahl der sendenden Knoten · Meldungen je Knoten und Stunde · Sendezeit je Meldung
Beim Berglauf der Vorgabe (sechs Posten mit je 30 Meldungen je Stunde, Long Fast) sind das 6 · 30 · 0,600 s = 108,0 s, also 3,0 % von erlaubten 10 %. Im Teilband 48 mit 1 % wäre dieselbe Planung unzulässig: Das Relais erreichte seine Grenze nach rund 20 Minuten und schwiege dann für den Rest der Stunde.
5 Kanalauslastung
Meshtastic-Knoten sprechen sich nicht ab. Das einfachste Modell für einen solchen Kanal ist das reine ALOHA-Verfahren: Das Angebot G ist die Summe aller Sendezeiten je Sekunde; eine einzelne Aussendung kommt ohne Zusammenstoß mit der Wahrscheinlichkeit e^(−2G) durch.
Jede Meldung wird mehrfach ausgesendet: einmal vom Posten, dann von jedem Knoten, der sie weitersendet. Das Werkzeug setzt 1 + Sprunggrenze Aussendungen je Meldung an und rechnet so, als hörten alle Knoten einander:
G = Knoten · Meldungen je Stunde · (1 + Sprunggrenze) · Sendezeit / 3600 s
Beim Berglauf der Vorgabe: G = 6 · 30 · 4 · 0,600 s / 3600 s = 0,120. Eine Aussendung kommt zu 79 % ohne Zusammenstoß durch. Das Werkzeug warnt ab G = 0,1 und spricht ab G = 0,18 von Überlastung. Mit Medium Fast sinkt G auf 0,034 und der Erfolg steigt auf 93 %.
Meshtastic hört vor dem Senden in den Kanal und verteilt Wartezeiten; in einer langen Kette hört nicht jeder jeden. Beides verbessert die Lage gegenüber dem Modell. Die Rechnung ist deshalb eine vorsichtige Untergrenze. An einer Zentrale mit vielen Posten in Hörweite kann es umgekehrt enger werden als gerechnet.
6 Reichweite
6.1 Empfindlichkeit und Linkbudget
Die Empfindlichkeit eines LoRa-Empfängers folgt aus dem thermischen Rauschen, der Bandbreite, der Rauschzahl des Empfängers und dem Abstand unter dem Rauschen, den der Demodulator je Spreizfaktor noch verarbeitet:
S = −174 dBm/Hz + 10 · lg(Bandbreite in Hz) + Rauschzahl + Grenzabstand
Die Grenzabstände stammen aus dem Datenblatt: −7,5 dB bei SF7 bis −20 dB bei SF12 in Schritten von 2,5 dB. Mit 6 dB Rauschzahl stimmt die Rechnung auf ein halbes Dezibel mit dem Linkbudget überein, das Meshtastic für seine Voreinstellungen angibt (22 dBm, Antennen 0 dBi):
| Voreinstellung | Empfindlichkeit gerechnet | Linkbudget gerechnet | Linkbudget der Quelle |
|---|---|---|---|
| Short Turbo | −118,5 dBm | 140,5 dB | 140 dB |
| Short Fast | −121,5 dBm | 143,5 dB | 143 dB |
| Short Slow | −124,0 dBm | 146,0 dB | 145,5 dB |
| Medium Fast | −126,5 dBm | 148,5 dB | 148 dB |
| Medium Slow | −129,0 dBm | 151,0 dB | 150,5 dB |
| Long Turbo | −128,5 dBm | 150,5 dB | 150 dB |
| Long Fast | −131,5 dBm | 153,5 dB | 153 dB |
| Long Moderate | −134,5 dBm | 156,5 dB | 156 dB |
Der ältere Baustein SX1276 liegt laut Datenblatt je nach Einstellung bis zu 1,5 dB ungünstiger (Long Fast: −130 dBm); das Werkzeug zeigt den Datenblattwert zum Vergleich.
Das Linkbudget einer Strecke mit gleichen Geräten an beiden Enden ist
L = Sendeleistung + 2 · Antennengewinn − 2 · Kabelverlust − S
Davon geht die Schwundreserve ab, die Bewegung, Körperabschattung, Wetter und die Streuung der Geräte abdeckt. Vorgabe sind 10 dB; das ist eine Annahme und ein üblicher Planungswert.
6.2 Gelände
Wie weit ein Linkbudget trägt, entscheidet das Gelände. Das Werkzeug verwendet das einfachste Modell mit einem Exponenten n: bis 100 m Freiraumdämpfung, darüber 10 · n · lg(d / 100 m). Die Exponenten sind aus den Bereichen der Lehrbuchtabelle für Mobilfunk übertragen (frei 2, städtisch 2,7 bis 3,5, abgeschattet 3 bis 5):
| Gelände | n |
|---|---|
| freie Sicht (Grat zu Grat, über Wasser, erhöhte Zentrale) | 2,0 |
| teilweise verdeckt (Hügel, Waldrand, Almgelände) | 2,7 |
| Wald, Graben oder Tal mit Hindernissen | 3,5 |
| stark abgeschattet (enge Schlucht, dichter Hochwald) | 4,0 |
Die Übertragung auf Gelände ist eine Annahme, kein Messwert. Sie liefert eine Größenordnung. Ein einzelner Hügel zwischen zwei Knoten macht jede Rechnung ungültig; deshalb entscheidet die Feldprobe.
6.3 Funkhorizont und Fresnelzone
Über den Funkhorizont reicht keine Planung. Mit dem üblichen Faktor k = 4/3 für die Brechung in der Luft gilt d = √(2·k·R·h₁) + √(2·k·R·h₂). Eine Zentrale mit der Antenne 6 m über Grund und ein Posten mit 2 m sehen einander über ebenem Grund bis 15,93 km; die Prüfung 18 rechnet diesen Wert nach. In der Relaiskette nimmt das Werkzeug die niedrigere der beiden Höhen von Zentrale und Relais und die Höhe der Posten.
Die Planungsreichweite je Strecke ist der kleinere Wert aus Geländemodell und Funkhorizont.
Für eine ungestörte Strecke müssen außerdem mindestens 60 % der ersten Fresnelzone und die Erdwölbung frei bleiben. Bei 14 km und 869,5 MHz sind das in der Mitte der Strecke rund 21 m und 3 m über jedem Hindernis. Mit Antennen in wenigen Metern Höhe ist das nicht zu erreichen; der Geländeexponent berücksichtigt diese Einbuße nur pauschal. Das Werkzeug zeigt die Zahlen, damit klar ist, warum ein Relais auf einer Kuppe mehr bringt als eine langsamere Einstellung.
7 Relaiskette und Sprunggrenze
Aus der Luftlinie bis zum entferntesten Posten und der Planungsreichweite folgt die Zahl der Funkstrecken. Reicht die direkte Verbindung von der Zentrale, bleibt es bei einer; sonst werden die Strecken gleichmäßig aufgeteilt und die Relais dazwischengestellt. Die Sprunggrenze muss mindestens so groß sein wie die Zahl der Relais. Meshtastic gibt 3 vor und erlaubt höchstens 7; jede zusätzliche Weitersendung belegt den Kanal ein weiteres Mal.
Die Laufzeit einer Meldung bis zur Zentrale ist mindestens die Zahl der Strecken mal der Sendezeit; die Wartezeiten vor dem Weitersenden kommen dazu. Für Durchgangszeiten spielt das keine Rolle, weil der Zeitstempel beim Posten gesetzt wird.
8 Feldprobe
Die Planung ersetzt keine Messung. Vor jeder Veranstaltung wird jede Funkstrecke an Ort und Stelle geprüft, mit den eingesetzten Geräten, der Einstellung der Veranstaltung und den Antennen in der Höhe und Lage wie am Tag der Veranstaltung. Bestanden ist eine Strecke, wenn
- mindestens 20 Probemeldungen gesendet wurden,
- mindestens 90 % davon ankamen und
- der schlechteste gemessene Signal-Rausch-Abstand mindestens 6 dB über dem Grenzabstand des Spreizfaktors liegt.
Die 6 dB decken den Unterschied zwischen Probe und Veranstaltung ab: Menschen, Fahrzeuge, Wetter, andere Nutzer des Bandes. Auch dieser Wert ist eine Annahme und im Werkzeug offengelegt. Bei Long Fast (Grenzabstand −17,5 dB) besteht also eine Strecke mit −11 dB im schlechtesten Fall, eine mit −13 dB nicht.
Der Funkplan ist erst freigegeben, wenn jede Strecke bestanden hat. Jede Änderung an Einstellung, Standort oder Antenne verlangt eine neue Probe. Das Ergebnis wird mit dem Funkplan gesichert.
9 Sicherheit und Datenschutz
Kein Notrufsystem. Meldungen können verloren gehen, verspätet oder doppelt ankommen. Ein ausbleibendes Signal ist kein Beweis für einen Unfall, ein ankommendes kein Beweis für Wohlbefinden. Der Notruf läuft über 144, 112 und in den Bergen 140, über eigene Funkdienste der Rettung oder über das Sicherheitskonzept der Veranstaltung. Das Werkzeug nennt die Notrufnummern aus der Datenschicht des Sicherheitsteils.
Datenschutz. Standortmeldungen von Teilnehmenden sind personenbezogene Daten; sie brauchen eine Rechtsgrundlage, in der Regel die Einwilligung bei der Anmeldung, und werden nach der Veranstaltung gelöscht. Der voreingestellte Kanal von Meshtastic verwendet einen allgemein bekannten Schlüssel; was darauf gesendet wird, kann jeder Empfänger in Reichweite lesen. Für die Veranstaltung gilt deshalb ein eigener Kanal mit eigenem Schlüssel; die Weiterleitung ins Internet und das Eintragen auf öffentlichen Karten bleiben ausgeschaltet. Startnummern statt Namen; die Zuordnung bleibt in der Zeitnehmung.
Die Austauschart Funkplan enthält Teilband, Voreinstellung, Meldungen, Sender und Antennen, Gelände, Höhen, Entfernung und die Ergebnisse der Feldprobe — keine Personen und keine Standorte von Personen. Sie gehört zur Freigabekategorie »Wettkämpfe, Termine und Funkpläne« und ist nicht sensibel.
10 Zwei Rechenbeispiele
Berglauf. Zentrale im Tal mit der Antenne 6 m über Grund, Relais 4 m, Posten 2 m, sechs Posten mit je 30 Meldungen je Stunde, entferntester Posten 12 km Luftlinie, Gelände teilweise verdeckt, Long Fast, 22 dBm, Antennen 2 dBi, Kabel 0,5 dB.
- Sendezeit 600,1 ms, Relais 108,0 s je Stunde (3,0 % von 10 %).
- Kanalangebot G = 0,120: Warnung, Aussendung zu 79 % ohne Zusammenstoß.
- Linkbudget 156,5 dB, nach 10 dB Reserve Geländemodell 61,5 km, Funkhorizont 14,1 km. Planungsreichweite 14,1 km, begrenzt durch den Horizont.
- Eine Funkstrecke genügt, kein Relais.
Mit Medium Fast statt Long Fast sinkt die Sendezeit auf 170,5 ms, das Relais braucht 0,85 % und G fällt auf 0,034. Das Geländemodell ergibt 40,1 km — die Planungsreichweite bleibt bei 14,1 km, weil der Horizont begrenzt. Die schnellere Einstellung kostet hier nichts an Reichweite und entlastet den Kanal auf weniger als ein Drittel.
Rallye-Sonderprüfung. Zentrale 8 m, Relais 5 m, Posten 3 m, fünf Posten mit je 40 Meldungen je Stunde, 18 km Luftlinie, Wald, Long Fast. Das Geländemodell ergibt 14,2 km und begrenzt vor dem Horizont (16,4 km). Es braucht zwei Funkstrecken und ein Relais in der Mitte; die Sprunggrenze 3 reicht. G = 0,133 — die Rechnung empfiehlt, Durchgänge zu bündeln.
11 Prüfung
Die Prüfung 18 im Auslieferstand rechnet unabhängig von der Seite nach:
- die Teilbänder gegen den Anhang des Durchführungsbeschlusses (EU) 2025/105;
- die Sendezeit für SF7 und SF12 bei 125 kHz gegen die Handwerte 46,336 ms und 1155,072 ms und für Long Fast mit 46 Bytes gegen 600,064 ms;
- das gerechnete Linkbudget jeder Voreinstellung gegen die Quelle (höchstens 1 dB Abweichung) und die gerechnete Empfindlichkeit gegen das Datenblatt (höchstens 3 dB);
- den Funkhorizont für 6 m und 2 m gegen 15,93 km und die Umrechnung von dBi auf e.r.p.;
- die Austauschart Funkplan: nicht sensibel, ohne Personen- und Standortfelder, genau in einer Freigabekategorie, von der Trainingsmappe angenommen;
- die gebauten Seiten auf die Formeln und den Hinweis »Kein Notrufsystem«.
Die Oberfläche ist im Browser gegen dieselben Werte geprüft, in der gebrandeten und in der neutralen Fassung, samt Sichern und Laden des Funkplans und Übernahme in die Trainingsmappe.
12 Grenzen
- Die Reichweite ist eine Planungsgröße aus einem einfachen Modell ohne Geländeschnitt.
- Die Paketgrößen der Meldungen sind Annahmen; die tatsächliche Größe hängt von Softwarefassung und eingeschalteten Feldern ab.
- Die Kanalauslastung rechnet so, als hörten alle Knoten einander.
- Nicht abgebildet sind Störungen durch andere Nutzer des Bandes, Antennendiagramme, Polarisation und die Laufzeit der Akkus. Kälte verkürzt die Akkulaufzeit deutlich.
- Die nationale Umsetzung in Österreich ist über das Telekommunikationsgesetz 2021 genannt; der Stand der Frequenznutzungsverordnung zum Durchführungsbeschluss 2025/105 wurde in dieser Fassung nicht im Rechtsinformationssystem geprüft und steht als offener Punkt in der Übergabe.
13 Nächste Schritte
- Geländeschnitt: Höhenprofil einer Strecke aus einer GPX-Datei mit Höhenangaben lesen und Sichtverbindung sowie Fresnelzone je Funkstrecke prüfen. Die Höhendaten bringt die Datei mit; es wird nichts nachgeladen.
- Posten-Knoten: Durchgangszeit am Posten aus dem Messknoten der Stufe 7 übernehmen und als gebündelte Meldung senden.
- Auswertung der Feldprobe aus der Datei: Protokoll des Reichweitentests der Software einlesen statt die Werte von Hand einzutragen.
Literatur
- Europäische Kommission (2025): Durchführungsbeschluss (EU) 2025/105 vom 22. Januar 2025 zur Änderung der Entscheidung 2006/771/EG im Hinblick auf die Aktualisierung der harmonisierten technischen Bedingungen für die Frequenznutzung durch Geräte mit geringer Reichweite und zur Aufhebung des Durchführungsbeschlusses 2014/641/EU. Amtsblatt der EU, Reihe L.
- Europäische Kommission (2006): Entscheidung 2006/771/EG zur Harmonisierung der Frequenznutzung durch Geräte mit geringer Reichweite, in der geltenden Fassung.
- ETSI (2018): EN 300 220-2 V3.2.1, Funkanlagen geringer Reichweite im Frequenzbereich 25 MHz bis 1 000 MHz, Teil 2.
- Europäisches Parlament und Rat (2014): Richtlinie 2014/53/EU (Funkanlagenrichtlinie).
- Republik Österreich (2021): Telekommunikationsgesetz 2021, BGBl. I Nr. 190/2021, in der geltenden Fassung.
- Semtech Corporation (2013): SX1272/3/6/7/8 LoRa Modem Designer’s Guide, AN1200.13.
- Semtech Corporation: SX1276/77/78/79, 137 MHz to 1020 MHz Low Power Long Range Transceiver. Datenblatt.
- Meshtastic-Projekt (2026): Dokumentation Radio Settings und LoRa Configuration; Quelltext der Firmware, RadioInterface.h. Abgerufen September 2026.
- Rappaport, T. S. (2002): Wireless Communications: Principles and Practice. 2. Auflage, Prentice Hall.
- ITU-R (2019): Empfehlung P.526, Propagation by diffraction.
- Abramson, N. (1970): The ALOHA system — another alternative for computer communications. AFIPS Fall Joint Computer Conference, 281–285. doi:10.1145/1478462.1478502.
- Europäisches Parlament und Rat (2016): Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung).
Zweckbestimmung: Planung und Auswertung von Training bei gesunden Personen. Kein Medizinprodukt. Keine Diagnose, keine Verletzungsvorhersage, keine Freigabe zur Rückkehr in den Sport.
Ethik: Keine Arbeit für Rüstung, Militär, Waffen oder Dual-Use-Luftfahrt.
Offenlegung: Dieses Vorhaben gehört zu einem Einzelunternehmen, das auch einen Betrieb für additive Fertigung führt. Wo Sensorgehäuse, Halterungen oder Messaufbauten empfohlen werden, besteht ein wirtschaftliches Eigeninteresse.
Rechte: Text alle Rechte vorbehalten. Werkzeuge, Betriebssoftware, Gehäusedaten und Datenschichten unter MIT, siehe Nutzung.